Hefeteig süß (Grundrezept)

An Hefeteig trauen sich ja viele nicht ran. Dabei ist er eigentlich gar nicht so schwer, wenn man ein paar Dinge berücksichtigt. Das Wichtigste, was man braucht, ist Zeit und Geduld. Mit diesem Grundrezept könnt ihr alle möglichen Hefeteig-Rezepte machen von Hefezopf über Nusschnecken bis zu Zwetschgenkuchen. Ich stelle euch im Laufe der Zeit natürlich einige meiner Lieblingsrezepte vor.

Zutaten (für einen Zopf, Kuchen etc.)

500 Gramm Mehl Typ 550

200 ml Milch

15 Gramm frische Hefe

60 Gramm Zucker

1 zimmerwarmes Ei

60 Gramm zimmerwarme Butter

1 Prise Salz

Zubereitung

Mehl in eine Schüssel geben und in die Mitte eine Mulde machen.

Die Milch lauwarm erhitzen und die Hefe darin auflösen. 1 EL Zucker dazugeben.

Die Hefemilch in die Mulde schütten und mit etwas Mehl verrühren. Die Hefemilch mit etwas Mehl bestreuen. Das ist der Vorteig. Mit einem abgedeckten Tuch an einem warmen Ort ca. 15 Minuten gehen lassen.

Vorteig

Die restlichen Zutaten dazugeben und am Besten in der Küchenmaschine mit dem Knethaken ca. 10 Minuten kneten. Die Konsistenz ist richtig, wenn sich der Teig gerade so vom Schüsselrand löst. Ist er zu trocken, noch etwas lauwarme Milch dazugeben, ist er zu feucht/pappig noch etwas Mehl dazugeben.

Hefeteig vor dem Gehen

Dann den Hefeteig zugedeckt nochmals an einem warmen Ort mind. 1 Stunde gehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat.

Hefeteig nach dem Gehen

Dann den Teig nochmals kurz durchkneten.
Jetzt ist er soweit, für die einzelnen Rezepte weiterverarbeitet zu werden.

Tipps

  1. Für Hefeteig eignet sich am Besten Mehl Typ 550. Das ist nicht ganz so fein wie das vom Typ 405, welches besser geeignet ist für ganz feine, luftige Teige wie Bisquit.
  2. Die Milch muss lauwarm sein, nicht heiß und nicht kalt. Ist sie zu heiß, gehen die Hefekulturen kaputt. Ist sie zu kalt, fangen sie nicht an zu arbeiten und der Teig geht nicht.
  3. In die Hefemilch 1 EL Zucker dazugeben. Die Hefe braucht nämlich Nahrung.
  4. Ich nehme verhältnismäßig wenig Hefe für den Teig. In vielen Rezepten nimmt man ein Päckchen Hefe (42 Gramm) für 500 Gramm Mehl. Mir schmeckt dann der Hefekuchen immer zu sehr nach Hefe. Das mag ich nicht. 15 Gramm Hefe reichen locker aus, damit er schön aufgeht.
  5. Ich empfehle unbedingt, einen Vorteig zu machen. So klappt der Hefeteig bei mir immer. Ich habe auch schon ein paar Rezepte ohne Vorteig probiert. Da geht der Teig nie so schön auf.
  6. Der Hefeteig muss unbedingt an einem warmen Ort gehen und darf auch keinen Zug bekommen. Am liebsten lasse ich ihn bei 30 Grad im Backofen (Auftaufunktion) gehen. Das klappt super. Alternativ geht zum Beispiel auch: unter einer Decke mit Wärmflasche, an der Heizung, auf der Fensterbank in der Sonne.
  7. Das Ei und die Butter müssen auch unbedingt zimmerwarm sein. Sonst erschrickt der Hefeteig ;o).
  8. Den Teig mind. 10 Minuten kneten. Dem Hefeteig gefällt es, wenn man sich gut um ihn kümmert ;o).
  9. Das Salz erst dazugeben, wenn alle Zutaten schon gut vermischt sind. Gibt man das Salz direkt zur Hefe verhindert das auch das Gehen.
  10. Wenn man eine große Küchenmaschine hat, kann man gleich 2 Portionen Teig machen und eine einfrieren bevor man ihn gehen lässt. Dann im Kühlschrank auftauen und wie gewohnt weiterverarbeiten (also an einem warmen Ort mind. 1 Stunde gehen lassen).

Jetzt dürfte eigentlich nichts mehr schief gehen….Viel Erfolg!!!!

 

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4 Kommentare

  1. Sorry, aber … beim Hefeteig kann man VERSCHIEDENE WEGE gehe: Es gehört in das Reich der Mythen, dass Hefeteig keinen Zug bekommen darf. Hefe erschrickt auch nicht. Es ist – von der Verarbeitung abgesehen – völlig egal, ob die Butter zimmerwarm oder kühlschrankkalt ist. Dem (zugedeckten) Hefeteig ist das völlig egal. Ebenso wie die Temperatur. Den kannst du zum Gehen genauso in den Kühlschrank stellen wie auf Zimmertemperatur lassen. Einen Vorteig braucht es ebenfalls nicht. Wenn du die Hefe in einem Schluck handwarmen Wasser auflöst, dann ein paar Minuten stehen lässt und dann erst zur Hefe gibst, dann klappt das genauso. Wenn du etwas mehr Zeit hast, dann genügt dir auch eine kleine Kugel Hefe von 0,5 Gramm (das ist ein Kügelchen von nicht mal 0,5 cm Durchmesser). Zucker kannst du genauso einfach unters Mehl mischen. Langes Kneten macht übrigens auch nicht unbedingt Sinn, außer du verwendest VIEL Hefe und hast WENIG Zeit. Hefeteig kann man wunderbar überkneten. Hefeteig braucht vor allem Sauerstoff, damit die Hefe richtig gärt. Bei langem Kneten knetest den Sauerstoff aus dem Teig. Der Profi zieht daher den Teig auf, wenn er wenig Hefe verwendet. Ich mache übrigens meinen Hefeteig immer am Vortag und lasse ihn 20 – 24 Stunden gehen und ziehe dabei den Teig alle paar Stunden „im Vorbeigehen“ auf. Durch die geringe Menge Hefe habe ich keinen übermäßigen Hefe/ Triebmittelgeschmack und der Teig ist hervorragend verträglich. Wo bei einem Hefezopf … ist mir das eigentlich egal, denn der heißt ja Hefezopf, weil er nach Hefe schmecken soll …
    siehe auch https://manathome.blog/2017/04/12/rezept-osterfladen-osterzopf-rosinensemmeln-brioche-schnell-gemacht/?iframe=true&theme_preview=true
    Beste Grüße und ein Kompliment an dich für deinen Blog! Robert vom manathome.blog

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    1. Hallo Robert, vielen Dank für dein Kompliment und deinen ausführlichen Kommentar. Man lernt ja nie aus und wie du schon selbst geschrieben hast: Viele Wege führen nach Rom. Ich habe auf jeden Fall mit der von mir beschriebenen Methode bisher immer ohne viel Aufwand einen wunderschönen Hefeteig hinbekommen. Im Grunde machst du ja auch fast einen Vorteig, indem du die Hefe ein paar Minuten in dem warmen Wasser/Milch arbeiten lässt. Ich schütte ja lediglich die Hefemilch in die Mehlmulde, mische ein bisschen Mehl dazu und Zucker, damit die Hefe Nahrung hat. Klar Zucker kann man gleich dazu geben, nur Salz mag die Hefe nicht. Ich nehme auf jeden Fall immer zimmerwarme Zutaten. Kühlschrankkalte Butter verteilt sich auf alle Fälle schon mal schlecht ;o). Ich habe auch die Erfahrung gemacht, wenn ich ihn nicht nur kurz zusammenmische, sondern eine zeitlang rühre, dann wird der Hefekuchen schöner. Zu lang ist vielleicht auch nichts. Das kann gut sein. Das ist auch beim Biskuit so. Wenn man die Eier zu lang schaumig schlägt, fällt der Teig beim Backen wieder zusammen. Bei der Menge der Hefe und dem über Nacht im Kühlschrank gehen lassen, stimme ich dir zu. Das mache ich bei meinem Pizzateig auch so, beim Hefekuchen aber nicht. Viele Grüße Bine

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      1. Das ist ja das spannende beim Kochen und Bloggen: Der Austausch untereinander, dass jeder seine eigene Handschrift hat und das man eigene Erfahrungen um die Erfahrungen der anderen ergänzen kann! So leben unsere Blogs und wachsen gemeinsam aneinander! Gottseidank 😉 Alles Liebe! manathome.blog. Robert

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